Halbzeit! – Der Rückblick zur Saisonhälfte

Die ersten drei Runden der Damenmeisterschaft sind gespielt und es zeichnet sich eine „Zweiklassen-Gesellschaft“ ab: Eine Gruppe, die um den Titel spielt, und eine andere Gruppe, die versucht, den Anschluss zu wahren. Wir blicken zurück und analysieren den bisherigen Saisonverlauf der einzelnen Mannschaften.

UHC Green Vipers

Die Vipers aus Turtmann haben auf diese Saison hin viel Substanz verloren: Nicht weniger als sieben (!) Abgänge mussten kompensiert werden. Mit nur einem einzigen Transfer wurde dieses Ziel verfehlt. Trotzdem war es ein Transfer, der viel Qualität in die Mannschaft zurückbrachte. Nach sechs gespielten Partien stehen bei Jenny Bovet acht Punkte zu Buche – ein Wert, der sich sehen lässt.

Die Ergebnisse der Mannschaft hingegen, lassen sich weniger sehen. Es ist unbestritten, dass der bisherige Saisonverlauf enttäuschend ist. Derzeit steht das Team mit nur zwei Zählern aus sechs Partien am Ende der Tabelle. Aufgrund des etwas besseren Torverhältnisses konnte der UHC Visper Lions am vergangenen Spieltag die rote Laterne an die Vipers abgeben.

Das erklärte Saisonziel der Vipers war ein Rang im Mittelfeld. Coach Bittel versuchte mehrfach, die Messlatte möglichst tief zu setzen – wohlwissend, dass eine schwierige Saison vor der Türe stehen wird. Die angesprochenen Abgänge sowie die zahlreichen Verletzten machen es den Vipers derzeit sehr schwer, einem geregelten Trainingsbetrieb nachzugehen. In Zeiten des ausstehenden Erfolgs ist jede Mannschaft gut beraten, sich auf die eigenen Stärken zu fokussieren. So wird man sich im Winter in Turtmann zusammenraufen und alles daran setzen, die rote Laterne in der zweiten Saisonhälfte möglichst schnell abgeben zu können. Gleich zum Beginn der Rückrunde steht das Duell mit dem auf dem Papier wohl schwächsten Gegner, dem UHC Visper Lions, an. Das Hinspiel ging mit 7:6 nach Turtmann. Es liegt nun an den Vipers, diesen Erfolg bestätigen zu können.

Prognose: Die Verletzen werden zurückkehren und die Vipers zu alter Stärke zurückfinden. Rang 5 liegt im Bereich des Möglichen.

UHC Fletschi Cracks

Eine Hinrunde nach Mass: 6 Spiele, 6 Siege. Trotzdem kann Coach Zurbriggen mit seinen Frauen nicht restlos zufrieden sein, denn während man in den vergangenen Jahren die Gegner nach Belieben dominierte, mussten heuer einige Siege sehr hart erkämpft werden. Besonders die Duelle mit dem UHC Naters-Brig versprechen Hochspannung. Es ist gut möglich, dass sich diese beiden Mannschaften im April im Playoff-Finale gegenüberstehen werden.

Die grösste Herausforderung für Coach Zurbriggen bleibt aber seine eigene Mannschaft: Wie schafft er es, diese Frauen nach vier Jahren anhaltender Dominanz noch bei Laune zu halten? Sind die nicht irgendwann satt? Die Rückrunde und insbesondere das Finale werden es zeigen…

Prognose: Die Wildereien des UHC Visper Lions können selbst die Fletschi Cracks nicht ohne Fehltritt wegstecken. In der Rückrunde werden sie erstmals Punkte abgeben müssen. Trotzdem werden sie als Gruppensieger in den Playoff-Final einziehen und dort die Favoritenrolle übernehmen. Rang 1.

UHC Naters-Brig

Der Neuling der Liga überzeugt bereits im ersten Jahr mit tollem Unihockey. Lediglich dem Meister aus dem Saastal mussten sich die Natischerinnen geschlagen geben. Das Hinspiel war allerdings hart umkämpft und wurde erst in den Schlusssekunden entschieden. Am 23. Januar wird Naters-Brig vor heimischen Publikum die Chance haben, sich zu revanchieren.

Kommentar

Die restlichen Gegner waren selten mehr als Kanonenfutter. Zu den herausragenden Akteurinnen der Natischerinnen gehörten in erster Linie die kampfstarke Vanessa Steiner sowie die kaltschnäuzige Isabelle Millius. Letztere stand im vergangenen Jahr noch im Kader der Fletschi Cracks, konnte dort aber nie richtig überzeugen. Heuer zeigt sie eindrücklich, was in ihr steckt. Spielen die beiden weiterhin konstant gut und bleibt die Mannschaft von Verletzungen und Wildereien verschont, wird ihnen die Playoff-Teilnahme nicht zu nehmen sein.

Prognose: Rang 2 hinter den Fletschi Cracks.

STV Baltschieder

Die erste Mannschaft der Baltschiednerinnen steht mit acht Punkten auf dem dritten Rang. Mit diesem Ergebnis werden die Damen von Coach Imhof hoch zufrieden sein. Die Mannschaft zeichnet sich durch Diszipliniertheit und Willensstärke aus. Auch diese Mannschaft verfügt über eine herausragende Spielerin: Christiane Zimmermann. Die derzeit wohl beste und kompletteste Spielerin der Liga überzeugt mit einem unglaublichen Zug auf das gegnerische Tor. Die perfekte Ergänzung zu Zimmermann ist Jennifer Salzmann, die vor allem durch ihre Schnelligkeit heraussticht. Diese beiden Akteurinnen machen die Baltschiednerinnen zu einer sehr gefährlichen Mannschaft, die vielen Teams das Leben schwer machen kann.

Prognose: Das Ergebnis der Hinrunde täuscht, die Mannschaft spielt derzeit über ihrer Qualität. Der grosse Absturz wird dennoch nicht erfolgen, denn von hinten kommt einfach zu wenig. Zimmermann wird ihr Niveau halten, der Rest nicht. Rang 4.

UHC Embd Devils

Bei den Devils stehen zwei Erfolgen drei Niederlagen und ein Unentschieden gegenüber. Das Resultat: 5 Punkte. Bereits nach der Hinrunde ist klar, dass die Embder den eigenen Ansprüchen auch heuer hinterherhinken. Im vergangenen Jahr waren sie der lachende Dritte im Duell zwischen den Vipers und Baltschieder und zogen am allerletzten Spieltag in den Playoff-Final ein. Obwohl die Mannschaft im Sommer einen für Embder-Verhältnisse ziemlich grossen Umbruch erlebte, müsste die Playoff-Qualifikation erneut das Saisonziel sein. Anders als im letzten Jahr steht heuer mit Coach Lengen ein Coach im Vollzeit-Amt an der Linie. Das muss die Devils hoffen lassen, denn er könnte die nötige Kontinuität in die Mannschaft bringen.

Prognose: Eine physische starke Mannschaft wie die Devils ist nicht kleinzukriegen. Die sehr erfahrenen und hochtalentierten Damen werden stärker zurückkommen und auch in diesem Jahr in der Rückrunde Boden gut machen. Für die Playoff-Qualifikation dürfte das aber trotzdem nicht reichen, denn der UHC Naters-Brig hat einen zu grossen Vorsprung. Rang 3.

STV Baltschieder Future

Die Kücken der Liga spielten eine tolle Hinrunde. Stets bemüht, immer motiviert und manchmal sogar erfolgreich. Das Team kommt ohne Coach ganz gut zurecht, denn Spielertrainerin Annick Grünwald erledigt dieses Amt im Nebenjob. Obwohl sie sich auf dem Platz meist zurückhält, kommt ihr Ehrgeiz ab und an dennoch zum Vorschein. Die Vipers werden ein Lied davon singen können…

Den Kücken ist zu wünschen, dass sie den Spass am Unihockeysport behalten werden, auch wenn es in der Hinrunde die eine oder andere Niederlage absetzen könnte. Abgesehen von Grünwald hat diese Mannschaft keinen Star – der Star ist die Mannschaft.

Prognose: Auch in der Rückrunde wird das Team mit vollem Einsatz dabei sein. Die Spielerinnen dürfen wertvolle Erfahrungen sammeln. Für Spielercoach Grünwald wird die Herausforderung sein, der Mannschaft den Umgang mit Niederlagen beizubringen. Gelingt ihr das, werden einige dieser Spielerinnen eines Tages den OUM-Pott in die Höhe stemmen können – jede Wette. Rang 6.

UHC Visper Lions

Die zahmen Löwen aus Visp stehen zur Halbzeit mit zwei Punkten auf dem vorletzten Tabellenrang. Das entspricht ziemlich genau der gezeigten Leistung. Ein Ensemble, zusammengewürfelt aus vielen verschiedenen Spielerinnen, das an jedem Spieltag ein anderes Gesicht zeigt. Auf einen verheissungsvollen Auftakt in Bürchen folgten zwei schwache Runden im Saastal und in Baltschieder. Dem Ensemble fehlt es an Identität. An Head-Coach Grünwald kann die Erfolglosigkeit nicht liegen, er beweist Mal für Mal vollen Körpereinsatz.

Prognose: Nach dem ersten Spieltag wurde der Staff der Equipe durch Assistant-Coach Gruber ergänzt. Ein Stürmer seiner Klasse sollte es doch schaffen, das Ensemble seiner Ladehemmungen zu entledigen! So oder so, die Visper werden auch weiterhin an jedem Spieltag mit neuen Gesichtern vertreten sein, was der Inkonstanz nicht entgegenzuwirken vermag. Vorne nix, hinten nix – Rang 7.

 

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