Saisonrückblick 2015/16

Die Qualifikationsrunde der OUM-Damenmeisterschaft ist zu Ende. Für den Titelverteidiger UHC Fletschi Cracks und den erstmaligen Playoff-Teilnehmer UHC Naters-Brig geht es am Wochenende vom 15. und 16. April nicht um die Wurst, sondern den ganzen Grill. Dort wird sich zeigen, ob die Phalanx der Saaser Damen gebrochen werden kann. Für die restlichen fünf Mannschaften ist die Saison zu Ende. Zeit für einen Rückblick.

Rang 1: UHC Fletschi Cracks

Die Saison verlief mehrheitlich ganz nach dem Gusto der Saaserinnen. Nach zwölf Partien stehen elf Siege zu Buche. Die einzige Niederlage datiert vom 23. Januar, als man Naters-Brig unterlag. Damals fehlten allerdings die „magischen Drei“: Samira Bumann, Michelle Zurbriggen und Laura Zurbriggen. Alle drei erhielten von den Visper Lions keine Spielerlaubnis (darüber wurde hier berichtet). Für das grosse Finale am 15. und 16. April werden sie allerdings zur Verfügung stehen, da die Visper Mannschaft längst in den Ferien weilt. Obwohl Naters-Brig eine sehr starke Saison spielt, werden die Fletschi Cracks als Favorit in das Endspiel gehen. Den Unterschied könnte am Ende, wider allen Erwartungen, die Defensive ausmachen. Diese ist, vor allem dank Jlona Anthamatten und Samira Bumann, etwas zuverlässiger einzustufen als jene der Natischerinnen. Sollte sich das bewahrheiten, so werden am Ende der Saison alle Phrasenklopfer bestätigt werden: Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften. Noch ist es nicht soweit.

Rang 2: UHC Naters-Brig

Es wäre der Leistung der Natischerinnen nicht würdig, wenn man behaupten würde, dass diese ihre bisher beste Saison spielen. Denn es ist ihre erste Saison in der OUM. Deshalb: Naters-Brig spielt eine herausragende Saison! Und das ist keine Honigschmiererei, denn die Zahlen belegen das: 10 Siege aus 12 Partien und ein Torverhältnis von +73. Einzig die Niederlage vom sechsten Spieltag gegen Visp wird in negativer Erinnerung bleiben. Es ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass diese Niederlage ein taktisches Ablenkungsmanöver war, das die Fletschi Cracks in falscher Sicherheit wiegen soll. Unbestritten, mit Millius fehlte damals die Top-Scorerin. Das ist allerdings noch lange kein Grund für eine Niederlage gegen Visp (Tabellenrang 5). Wie für die Niederlage, so ist es auch für den Erfolg schwierig, einzelne Spielerinnen aus diesem Kollektiv dafür verantwortlich zu machen, denn hauptverantwortlich ist wohl die Mannschaft. Es ist keine mutige Prognose, wenn man sagt, dass die Natischerinnen den Fletschi Cracks alles abverlangen werden. Ob es zum ganz grossen Coup reicht, das steht in den Sternen. Stimmt die Tagesform, ist alles möglich.

Rang 3: STV Baltschieder

Hinter den beiden Top-Teams der Liga klassierten sich die Baltschiednerinnen als „best of the rest“. 13 Punkte aus 12 Partien sind ganz ordentlich. Trotzdem fehlte zum Finaleinzug relativ viel. Im Unterschied zu den beiden Erstklassierten, konnten die Baltschiedner Damen beispielsweise gerade einmal halb so viele Tore erzielen. Ein Vergleich mit diesen beiden Mannschaften ist aber auch schwierig, denn da würde keine andere Mannschaft der Damenmeisterschaft gut aussehen. Wenn die Damen aus Baltschieder den eingeschlagenen Weg weitergehen können, so werden sie in der kommenden Saison um den Finaleinzug mitkämpfen können. Die Mannschaft macht einen geschlossenen Eindruck und die Spielerinnen scheinen mit viel Spass dabei zu sein. Das sind wichtige Faktoren auf dem Weg zum Erfolg. Weiter so, Indians!

Rang 4: UHC Embd Devils

Elf Punkte aus 12 Partien und ein Torverhältnis von -24 – das ist für Embder Ansprüche zu wenig. Direkt ins Auge stechen die 69 Gegentore. Ein Wert, den man bei einer Embder Mannschaft lange nicht mehr gesehen hat. Obwohl das solide Defensivspiel oftmals als „Betonmischerei“ oder „Busparkerei“ verschrien wird, bildet es den Grundstein der Embder Spielphilosophie. Und das völlig zu recht, denn meistens sind es die Taktikdilettanten, die am lautesten schreien. Taktikfüchse hingegen, lieben defensive Ordnung. Vermutlich wird sich Torhüterin Alexandra Fux über diese vielen Gegentore grün und blau geärgert haben. Es ist davon auszugehen, dass die Embder deshalb über den Sommer ein wenig Nachhilfeunterricht erhalten werden, damit das Abwehrbollwerk in der kommenden Saison seinem Ruf auch wieder gerecht werden kann. Steht dieses wieder, so werden die Devils zum alten Erfolg zurückkehren. Die neuen Spielerinnen sind gut integriert und die Motivation, wieder einmal um den Titel zu kämpfen, förmlich spürbar. Bleiben diese tollen Kämpferinnen zusammen, so wird sich die Konkurrenz warm anziehen müssen.

Rang 5: UHC Visper Lions

Die Wundertüte der Damenmeisterschaft: Mal top, mal flop. Am sechsten und letzten Spieltag waren die Visper Lions definitiv top. Sie holten drei Punkte, beinahe so viele, wie in den fünf Spieltagen zuvor. Die Mannschaft besteht aus vielen individuell sehr spielstarken jungen Damen. Besonders herausstechend: Die „drei Turtmännerinnen“, Lena Carlen, Nina Kalbermatter und Alicia Kronig. Ausgebildet in Turtmann, zeigen sie nun in Visp, was in ihnen steckt. Im Alleingang zerlegten diese drei Spielerinnen am sechsten Spieltag den UHC Naters-Brig und den STV Baltschieder, wodurch die rote Laterne an die Green Vipers aus Turtmann weitergereicht werden konnte. Der Turtmänner Sportchef wird, sofern er noch im Amte ist, dem Vorstand Rechenschaft ablegen müssen, warum man diese drei „Topshots“ nach Visp ziehen liess. Gratulation an die Lions: Der Löwe ist halt nicht umsonst der König der Tiere!

König der Tiere
König der Tiere: Der Löwe (Foto: Facebook).

Rang 6: STV Baltschieder Future

Für die „Kücken“ des STV Baltschieder war die Saison 2015/16 eine grossartige Saison: Man konnte Mannschaften wie den UHC Green Vipers besiegen, erzielte viele Tore und holte am Ende verdiente sieben Punkte. Allen in Erinnerung bleiben, wird das letzte Spiel der Futures: In einem Herzschlag-Finale konnten die Green Vipers mit 4:3 besiegt werden. Auch sonst hat sich die von Grünwald gecoachte Mannschaft oft von der positiven Seite gezeigt. Es ist nicht selbstverständlich, dass so junge Mädchen gleich derart gut mit gestandenen Mannschaften mithalten können. Zu Beginn wurden sie vielleicht mancherorts nicht wirklich ernst genommen, nun aber, haben sie sich einen gewissen Respekt verschafft. Besonders der Mix zwischen erfahrenen und jungen Spielerinnen stimmt hervorragend. Diese jungen Mädchen sind bei Grünwald bestens aufgehoben und werden sich dort mit grosser Wahrscheinlichkeit prächtig entwickeln.

Rang 7: UHC Green Vipers

Für viele Aussenstehende wird der siebte Platz der Green Vipers eine Überraschung sein. Vorschnell könnte von einer Enttäuschung oder gar einer Blamage die Rede sein. Wer die Umstände aber kennt, wird diese Saison einordnen können. Den Vipers war bereits zu Beginn der Saison klar, dass es heuer ein schwieriges Unterfangen werden würde. Mit gerade einmal neun lizenzierten Spielerinnen wurde die Herausforderung angenommen. Viele Verletzungen und unregelmässiges Schichtarbeiten verhinderten, dass die Mannschaft einem geregelten Trainingsbetrieb nachgehen konnte. Die Spielerinnen waren sich aber immer bewusst, dass die Vereinsleitung alles Mögliche unternehmen wird, um die Mannschaft auf die Erfolgsspur zurückzubringen. Mit dem Start der neuen Internetseite wurde eine neue Ära eingeläutet. Unter dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ reorganisierte der Verein seine Strukturen. Der Verein kann dabei auf die riesige Unterstützung seiner Mitglieder zählen, die allesamt in den Wiederaufbau integriert sind. Wetten, die Vipers werden in der kommenden Saison zurück sein und stärker auftreten als jemals zuvor?

 

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