Wer zieht ins Cup-Finale ein?

Doppelinterview mit Schmutz und Heynen

Am kommenden Samstag stehen sich der UHC Pfynland und die Blacknosesheep im Cup-Halbfinale gegenüber. Der Cup-Knaller findet um 15:30 Uhr in Turtmann statt. Im Vorfeld trafen sich Christian Schmutz (UHCP) und Sandro Heynen (BNS) zum verbalen Schlagabtausch.

GV: Sandro, ein Blick auf die Resultate der aktuellen Saison zeigt, dass der UHC Pfynland die BNS in drei Spielen drei Mal besiegt hat. Weshalb sollten die BNS dieses Mal gewinnen?

Heynen: Das stimmt, den Pfynländern läuft es in der aktuellen Saison besser als uns. Aber wir reden hier vom Cup. Da gibt es eigene Gesetze. Man muss für ein Spiel seine volle Konzentration und Leistung abrufen können. Da spielt die Meisterschaft keine Rolle mehr. Zudem denke ich, dass die Pfynländer mehr Druck verspüren. Erstens wegen der Finalniederlage vom vergangenen Jahr und zweitens, weil es für sie in Turtmann wie ein Heimspiel ist und es viele Zuschauer in „grüner Farbe“ haben wird.

GV: Was habt ihr unternommen, um am kommenden Samstag auch ja genügend Unterstützung von den Rängen zu erhalten?

Heynen: Es wird viel Unterstützung für unseren Gegner geben. Wenn ich da an den Cupfinal vom vergangenen Jahr denke – einfach phänomenal! Bei uns ist das schwieriger, unser Fanclub ist vielleicht so Ü30 oder Ü40. Ich hoffe dennoch, dass auch auf unserer Seite eine Unterstützung von den Zuschauerrängen kommt. Wir haben aber keinen Fancar organisiert (lacht).

Schmutz: Es liegt ganz in den Händen unserer Fans. Ich bin genau wie du auch gespannt, was in diesem Jahr geboten wird. Ich möchte mich schon im Voraus für gewisse Personen und ihr Verhalten entschuldigen.

GV: Christian, 3 Siege aus 3 Spielen. Ist der Sekt bereits kaltgestellt?

Schmutz: Bereitgestellt ist er, aber noch nicht kalt. Man muss ja schliesslich für den Fall der Fälle bereit sein. Der Blick auf die letzten Resultate gegen die BNS ist zwar schön, aber bringt in Bezug auf dieses Spiel nicht allzu viel. Es ist ein Cup-Halbfinal und schliesslich gelten im Cup andere Regeln als in der Meisterschaft.

GV: Vor wenigen Wochen hat sich der UHC Pfynland für das Playoff-Finale qualifiziert. Verspürt ihr mehr Druck, weil ihr als Favorit ins Spiel geht oder spielt es sich leichter, wenn man weiss, dass man in einem anderen Wettbewerb auch noch einen Titel holen könnte?

Schmutz: Ein gewisser Druck ist immer vorhanden, dies braucht es auch, um solche Spiele zu gewinnen. Dass wir aber wegen der Playoff-Qualifikation mehr Druck verspüren, könnte ich nicht behaupten. Wir sehen dies viel mehr als zusätzliche Chance, um nach dem Titel unserer Pfynröiber auf der Erfolgswelle weiterzureiten.

GV: Sandro, die Gegenfrage: Der Cup ist der einzige verbleibende Wettbewerb, in welchem die Schafe in diesem Jahr noch einen Titel holen können. Verspürt ihr deshalb besonderen Druck?

Heynen: Es wäre ja sicherlich gelogen zu behaupten, dass uns der Cup egal wäre. Und ja, du hast recht, die Meisterschaft lief nicht für uns. Trotzdem glaube ich, dass wir befreit aufspielen können. Man kann da zwei Ansichten haben: Man hat besonderen Druck, da man unbedingt einen Titel in der Saison holen will. Man kann es aber auch so sehen, dass man nichts mehr zu verlieren hat. Und seien wir ehrlich, angesichts der verpassten Playoffs können wir mit einem Cup-Halbfinale bereits zufrieden sein.

GV: Worauf gilt es beim Gegner besonders zu achten?

Heynen: Pfynland verfügt über „Scharfschützen“, welche aus allen Positionen Tore schiessen können. Vor allem in einer kleineren Halle wie in Turtmann kann das ein kleiner Vorteil sein. Ausserdem verfügen sie über feine Techniker und einen exzellenten Teamspirit. Wir müssen alles geben um mithalten zu können.

Schmutz: Wie du schon erwähnt hast, haben wir diese Saison schon drei Mal, wenn man das Cup-Spiel unserer zweiten Mannschaft dazuzählt, schon vier Mal gegeneinander gespielt. Wir kennen uns also ziemlich gut. Ich rechne mit zwei, drei Änderungen, auf die ist sicher zu achten. Wir wissen aber genau, dass nach der schwierigen Saison der BNS der Magen der Schafe noch nicht gefüllt ist. Wir wissen, dass die Schafe, wenn man ihnen auf der Wiese zu viel Platz lässt, so richtig wild werden.

GV: Die Partie wird von zwei Schiedsrichtern geleitet – eine gute Entscheidung?

Heynen: Eine sehr gute Entscheidung. Meiner Meinung nach sollten alle Spiele mit zwei Schiedsrichtern geleitet werden. Wobei in einer Halle wie Turtmann, wo der Sturzraum klein ist, kann es schon mal eng werden, wenn zu viele Leute auf dem Feld stehen. Aber grundsätzlich sind wir dafür.

Schmutz: Definitiv eine gute Entscheidung. Vier Augen sehen mehr als zwei. Der Schiedsrichter hat es praktisch nie einfach und besonders in solchen Spiele kann er die Unterstützung von seinem Kollegen gebrauchen.

GV: Zum Abschluss drei Kurzfragen: Wir ziehen in den Cup-Final ein, weil…

Heynen: …wir die Titelverteidiger im Cup sind und über mehr Reife und Erfahrung im Team verfügen.

Schmutz: …Pfynland noch eine offene Rechnung zu begleichen hat.

GV: Dieser Spieler wird uns am Samstag in Turtmann in den Cup-Final schiessen…

Heynen: Egal welcher, Hauptsache wir kommen als Team in den Final.

Schmutz: Das wird unser Torhüter sein. Er wird zwar ziemlich sicher kein Tor schiessen, aber wir sind auf dieser Position gut besetzt und haben damit einen starken Rückhalt.

GV: Wenn ich einen Spieler des Gegners in meine Mannschaft holen könnte, dann wäre das…

Heynen: Phillip Schüpbach, aber nicht als Torhüter, denn da haben wir bereits zwei starke Typen, sondern als Trainer. Unter ihm als Trainer hatte ich die erfolgreichste und beste Zeit im Streethockey. Ich weiss nicht, weshalb er bei den Pfynländern nicht Coach ist (lacht).

Schmutz: Da muss ich nicht lange überlegen: Das wäre ganz klar Marco Zumoberhaus. Ihn hätte ich viel lieber als Mitspieler. Nun ist er halt ein mühsamer Gegenspieler.

Vielen herzlichen Dank für das unterhaltsame Interview! Wir wünschen euch beiden ein interessantes Spiel – Turtmann wird bereit sein!

 

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