Spielbericht 12.12.2015

UHC Green Vipers vs. UHC Embd Devils

Vipers gegen Devils, diese Paarung verspricht seit Jahren Unterhaltung auf höchstem Niveau. Beide Mannschaften gehören zu den Urgesteinen der OUM-Damenliga. In den letzten Jahren behielten dabei stets die Frauen aus Embd die Oberhand. Wenig überraschend gingen die jungen Vipers deshalb auch heute als Aussenseiter in die Partie gegen den letztjährigen Playoff-Finalisten.

So klar die Sache auf dem Papier war, so überraschend das Spielgeschehen in den Anfangsminuten. Die Vipers zeigten direkt, dass sie trotz lediglich fünf einsatzfähigen Spielerinnen keinesfalls gewillt waren, dem Gegner die Punkte kampflos zu überlassen. Es entwickelte sich ein physisches Spiel mit Chancen im Sekundentakt. Wenig erstaunlich, dauerte es beinahe neun Minuten bis zum ersten Treffer. Die erfahrene Michaela Schaller bewahrte vor dem gegnerischen Tor die Ruhe und versenkte den Ball zum 1:0 aus Embder Sicht. Die Vipers liessen sich von diesem Rückstand allerdings nicht verunsichern und drängten auf den Ausgleich. Diese Aufholjagd wurde mit dem 0:2 von Natascha Bumann arg gebremst. Der harmlose Kullerball fand im Getümmel irgendwie den Weg ins Tor der Vipers. Der Anschlusstreffer durch Wichmann in der 17. Minute brachte die Spannung allerdings postwendend wieder zurück.

Kommentar

Nach dem Pausentee erfolgte der grosse Auftritt von Katja Fux: Ein Doppelpack innert sieben Minuten ermöglichte es den Devils, auf 1:4 davonzuziehen. Mit einem Time-out versuchte Coach Bittel den aufopfernd kämpfenden Vipers ein wenig Luft zu verschaffen und sie auf die Schlussminuten vorzubereiten. Ein Ballverlust in der offensiven Zone ermöglichte den Devils allerdings den schnellen Gegenzug, den Samira Bertholjotti zum 1:5 vollendete.

Der Sieg der Devils war zweifelsfrei ein verdienter Sieg. Die Embder zeigten wiederholt ihre physischen Stärken und ihre Kaltschnäuzigkeit im Abschluss. Trotzdem widerspiegelt das Endresultat nicht die wahre Kräfteverteilung, denn es fiel zu hoch aus. Bei drei der fünf Toren meinte es der Unihockeygott sehr gut mit den Embderinnen: Solche „Eier“, wie sie im Jargon genannten werden, finden nicht immer den Weg ins Tor. Vielleicht war es aber auch das „Glück der Tüchtigen“. Wie auch immer, ein verdienter wenn auch glücklicher Sieg der Devils.

UHC Green Vipers – UHC Embd Devils 1:5 (1:2, 0:3)
Turnhalle Baltschieder – 20 Zuschauer – SR Gruber
Tore: 9. Schaller 0:1. 14. Bumann 0:2. 18. Wichmann 1:2. 22. Fux 1:3. 29. Fux 1:4. 39. Bertholjotti S. 1:5.
Strafen: –
Green Vipers: Michlig Jasmin; Bovet Jenny, Lötscher Anna, Borter Alexandra; Passeraub Natascha, Wichmann Patricia.
Embd Devils: –
Bemerkungen: Embd Devils komplett. Green Vipers ohne Meichtry (beruflich), Inderkummen (verletzt) und Borter E. (verletzt). – 35:18 Time-Out Green Vipers. – Wichmann (Green Vipers) und Fux (Embd Devils) als beste Spielerinnen ausgezeichnet.

Statistik


UHC Green Vipers vs. STV Baltschieder Future

Im zweiten Spiel der dritten Runde kam es zum Duell mit dem Gastgeber. Die Erfahrungen aus den ersten beiden Runden liessen die Vipers wissen, dass in Spielen gegen die Mannschaften aus Baltschieder stets Ringkuhkampf-Atmosphäre herrscht. Wie früher bei den Junioren der Embd Devils, pilgern heute an den Damenspieltagen stets alle Mütter und Väter der Baltschiednerinnen treu an die jeweiligen Spielorte. Dabei stets im Gepäck: eine Kuhglocke.

Nun, erfahrene Eringerzüchter werden es wissen, dass es ziemlich grossen Mut braucht, eine Eringerkuh ihrer Glocke zu entledigen. Die Vipers waren sich dessen bewusst und versuchten ihr Bestes, die zahlreichen Provokationen aus den Zuschauerrängen zu ignorieren. Frei nach Reinhold Niebuhr: „Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann“.

Vielleicht waren es aber auch taktische Gedanken, die die Vipers hegten. Denn mit lediglich vier Feldspielerinnen kann man es sich nicht erlauben, wertvolle Kräfte unnötig auf Nebenschauplätzen zu verbrauchen. Das Spiel wurde wie erwartet zu einer ganz schwierigen Aufgabe, denn die Vipers hatten im Gegensatz zu ihren Gegnerinnen einerseits viel weniger Spielerinnen im Aufgebot und andererseits bereits ein kräftezehrendes Spiel in den Beinen. Auf den frühen 0:1 Rückstand reagierte Bovet mit einem sehenswerten Tor zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Kurz vor dem Pausentee war es dann die gross aufspielende Sarah Bellwald, die mit einem Doppelschlag auf 1:3 erhöhte.

Schlangen sind keine Pferde, das werden viele Baltschiednerinnen (und deren Mütter und Väter) wissen. Nach diesem Spiel werden einige von ihnen daran allerdings grosse Zweifel haben, denn was die Vipers in diesem Spiel an Kondition zeigten, war schlicht meisterwürdig. Als ob sie alle mit Pferdelungen ausgestattet wären, sprinteten sie in jeden Freiraum, gruben Ball um Ball aus und scheuten keinen Körperkontakt. So führten Borter A. und Lötscher mit ihren Treffern die Mannschaft aus Turtmann wieder heran. Zwei glückliche Tore zum 3:5 brachten die Baltschiednerinnen wieder in Front. Rund 15 Minuten vor Schluss gelang Bovet der Anschlusstreffer zum 4:5, danach war definitiv Schicht im Schacht. Der Pulver war verschossen, die Lungen gaben nichts mehr her. Just in diesem Moment drehte eine Spielerin besonders auf: Annick Grünwald. Mal für Mal wurde sie in Zweikämpfe verwickelt und musste hartes Brot essen. Das schien sie besonders zu motivieren. Dabei zeigte sie eine besondere Stärke: einstecken können. Entgegen dem zurzeit vorherrschenden Credo „Ich lass’ mich mal fallen und spiele den sterbenden Schwan – der Schiri wird dann schon pfeifen“ brillierte sie mit spielerischem Können. Damit führte sie ihre Mannschaft zum Sieg gegen die Vipers.

Was den Vipers heute gefehlt hat, war zweifelsfrei die Luft. Es zeigte sich erneut, dass heute auch in der oft unterschätzen OUM-Damenliga mit einem derart schmalen Aufgebot kein Blumentopf gewonnen werden kann. Es darf nicht vergessen werden, dass es in der Damenliga (im Gegensatz zur Herrenliga) nur so von Spielerinnen wimmelt, die nebenbei in der nationalen Meisterschaft um Punkte kämpfen. Ein Blick auf die Scorer-Werte verdeutlicht, dass die OUM viel Qualität besitzt, denn nur wenige „Liga-Spielerinnen“ finden sich auf einem der vorderen Plätze wieder.

Für die Vipers ist das ein schwacher Trost. Die Hälfte der Meisterschaft ist vorbei und man liegt auf dem letzten Platz. Was die rote Laterne für Konsequenzen hat und was die Gründe für diese schlechte Platzierung sind, wird im bald erscheinenden „Halbzeit-Fazit“ zu lesen sein. Dort werden wir auf die erste Saisonhälfte zurückblicken und eine Prognose für den zweiten Teil der Saison wagen.

UHC Green Vipers – STV Baltschieder Future 4:9 (1:3, 3:6)
Turnhalle Baltschieder – 20 Zuschauer – SR Lorenz
Tore: 3. Grünwald 0:1. 10. Bovet (Lötscher) 1:1. 15. Bellwald (Grünwald) 1:2. 18. Bellwald 1:3. 24. Borter A. (Bovet) 2:3. 25. (24:34) Lötscher (Borter A.) 3:3. 25. (24:55) Bellwald (Mazotti) 3:4. 26. Mazotti (Grünwald) 3:5. 26. (25:12) Bovet (Passeraub) 4:5. 26. (25:34) Bellwald (Näpfli) 4:6. 33. Grünwald 4:7. 35. Näpfli (Bellwald) 4:8. 37. Imboden (Grünwald) 4:9.
Strafen: –
Green Vipers: Michlig Jasmin; Bovet Jenny, Lötscher Anna, Borter Alexandra; Passeraub Natascha.
Baltschieder Future: –
Bemerkungen: Baltschieder Future komplett. Green Vipers ohne Meichtry (beruflich), Inderkummen (verletzt), Wichmann (familiär) und Borter E. (verletzt). – 24:59 Time-Out Green Vipers – Bovet (Green Vipers) und Grünwald (Baltschieder Future) als beste Spielerinnen ausgezeichnet.

Statistik

 

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