Spielbericht 28.01.2017

UHC Green Vipers vs. UHC Visper Lions 1:7 (0:6)

Das erste Spiel seiner Trainerkarriere hätte sich Mathier bestimmt anders vorgestellt: 0 zu 6 lautete das klare Verdikt nach 20 gespielten Minuten. Doch der junge Interimscoach fand beim anschliessenden Pausentee die richtigen Worte, sodass das Spiel trotzdem noch ein erfreuliches Ende nahm.

Die jungen Vipers starteten ersatzgeschwächt in das siebte Spiel der Saison: Neben Torgarantin Wichmann fehlten Bovet Jenny, Hischier und Imboden. Dadurch eröffnete sich für die „Jungen Wilden“ der Vipers die Möglichzeit, zu mehr Einsatzzeit zu kommen. Dass der Turtmänner Nachwuchs dabei ausgerechnet gegen die Lions aus Visp ranmusste, war wohl Ironie des Schicksals. Immer wieder wechselten in den vergangenen Jahren Spielerinnen aus der Talentschmiede der Vipers ins Lonzadorf.

Das Spiel war durchaus unterhaltsam und beide Mannschaften kamen zu Torchancen. Ein Doppelschlag von Kalbermatter brachte die Löwen in Front. Dennoch schien es, als würden die Schlangen aus Turtmann den Anschluss halten können und das knappe Resultat in die Pause bringen. Dann aber der Schock: Mit Bovet Jasmin verletzte sich eine der wenigen verbliebenen routinierten Spielerinnen. Für kurze Zeit herrschte auf der Turtmänner Bank Verunsicherung und Unordnung. Eine weitere Juniorin musste ins kalte Wasser geschmissen werden, was die Visper Löwen eiskalt zu ihrem Vorteil nutzten und auf 0 zu 6 davonzogen.

Wer nun einen Kantersieg der Visper erwartet hatte, wurde enttäuscht. Mathier, ein hervorragender Motivator, heizte den Schlangen in der Pause kräftig ein. Angeführt von Spielführerin Inderkummen, zeigten die Vipers eine tolle zweite Hälfte. Der Höhepunkt war unbestritten der Torerfolg von Kuonen Seraina, einem der jüngsten Kücken der Vipers Talentschmiede. Damit nahm das Spiel für die Turtmännerinnen ein versöhnliches Ende. Während rund 25 Minuten standen bei den Vipers mehr Juniorinnen als gestandene, routinierte Spielerinnen auf dem Feld, was das Endresultat in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Der Altersschnitt von knapp 18 Jahren zeigt, dass diese Mannschaft noch viel Zeit hat, sich an das Tempo und die Spielstärke der Liga anzupassen. Vier der sieben von Visp erzielten Tore gingen auf das Konto von Spielerinnen, die der Vipers Talentschmiede entstammen. Es ist ein tolles Gefühl, darüber zu sinnieren, über welches Potential die Green Vipers verfügen werden, wenn die heutigen Talente sich aus spielerischer Sicht ähnlich entwickeln, dem Verein aber die Treue halten und das Vertrauen wie die investierte Zeit mit Toren zurückzahlen…

UHC Green Vipers – UHC Visper Lions 1:7 (0:6)
TH Baltschieder – 30 Zuschauer – SR Murmann
Tore: 38. Kuonen S. (Lötscher) 1:7.
Strafen: –
Green Vipers: Michlig; Borter A., Kuonen E., Lötscher, Steiner, Lorenz; Bovet Ja., Elsig, Fux, Inderkummen, Kuonen S..
Bemerkungen: Green Vipers ohne Borter E. (beruflich), Bovet Je. (beruflich), Hischier (beruflich), Imboden (Ferien), Meichtry C. (beruflich), Schmid (Ferien), Wichmann (rekonvaleszent) – Kuonen S. (Green Vipers) und Kalbermatter (Visp) als beste Spielerinnen ausgezeichnet.


UHC Green Vipers vs. UHC Naters-Brig 0:9 (0:2)

Das zweite Spiel des Tages war das Spiegelbild des ersten: Eine starke erste Hälfte und eine weniger gute zweite Hälfte. Ob „plus mal minus“ oder „minus mal plus“, die Mathematiker werden es wissen, am Ergebnis ändert sich nichts.

Nun gut, aber der Sport ist nun mal nicht (immer) berechenbar, was vielleicht auch ganz gut ist. Denn der Sport lebt von Emotionen und von Unerwartetem. Oftmals wachsen scheinbare „Underdogs“ über sich hinaus und vermögen den Favoriten in die Knie zu zwingen. Übrigens: Herzliche Gratulation an die Pfynräuber und die Schwarznasenlämmer – herausragende Leistungen!

Schlangen sind zwar auch Raubtiere, aber heute schienen sie etwas gar zahm zu sein. Weshalb bloss fanden die Schlangen den Weg zum Tor nicht? Wissenschaftler haben herausgefunden – und das ist jetzt kein Scherz – dass Schlangen ein sogenanntes Grubenorgan besitzen. Damit können sie feinste Temperaturschwankungen registrieren und die warmblütige Beute auch in der Nacht aufspüren. Dank diesem sechsten Sinnesorgan hätten die Schlangen also eigentlich die physiologischen Voraussetzungen, um das „Nest“ (Tor) der „Beute“ (Gegnerinnen) zu finden. Nun, es war helllichter Tag und der Gegner war bestimmt warm, vermutlich sogar heiss! Die Schlangen, komplett von Sinnen?

Nun, vielleicht lag es auch einfach daran, dass ihnen im zweiten Spiel des heutigen Tages Stammtorhüterin Michlig fehlte. Seit vielen Jahren dabei, ist sie so etwas wie der Ruhepol der Mannschaft. Sie schenkt den Schlangen Vertrauen, damit diese sich auch offensiv austoben können. Ihr Ersatz würde es schwierig haben, denn erfahrungsgemäss steht die Turtmänner Torhüterin beim Duell gegen Naters-Brig oft im Mittelpunkt des Geschehens…

Es ist Kuonen Enja hoch anzurechnen, dass sie mit ihren 13 Jahren diesen mutigen Schritt dennoch gewagt hat – zumal ihre Vorderleute kaum älter waren. Mit Inderkummen, Steiner und Lötscher waren gerade einmal drei Spielerinnen dabei, die älter als 20 waren. Dass es zur Pause „nur“ 2 zu 0 für den Gegner stand, hatte nicht etwa mit der mangelnden Effizienz der Natischer zu tun, sondern viel eher mit der guten Mannschaftsleistung der Turtmännerinnen.

Im zweiten Abschnitt erhöhten die Favoritinnen aus Naters dann aber merklich das Tempo. Die überragenden Millius und Steiner sorgten am Ende für den Unterschied. Trotz einer zweiminütigen Überzahl vermochten die Vipers den Ehrentreffer nicht zu erzielen. Torhüterin Bellwald holte sich damit den zweiten Shutout – in dieser Saison. Wahnsinn! Wir ziehen den Hut und gratulieren zu dieser tollen Leistung.

Die aufopfernd kämpfenden (Jung-)Vipers gehen zwar ohne Punkte, dafür aber mit zahlreichen neuen Eindrücken zurück nach Turtmann. In Turtmann wird übrigens auch das nächste Treffen der Oberwalliser Damenunihockey-Szene stattfinden. Am 25. Februar treffen die Vipers zuhause auf Mitstreiter Baltschieder Future und Topfavorit Fletschi Cracks. Streichen Sie sich das Datum dick an, wir freuen uns auf Ihre Unterstützung. Hopp Turtma!

UHC Green Vipers – UHC Naters-Brig 0:9 (0:2)
TH Baltschieder – 50 Zuschauer – SR Murmann
Tore: –
Strafen: 1×2 Minuten gegen Green Vipers; 1×2 Minuten gegen Naters-Brig
Green Vipers: Kuonen E.; Borter A., Lötscher, Steiner, Lorenz; Bovet Ja., Elsig, Fux, Inderkummen, Kuonen S..
Bemerkungen: Green Vipers ohne Borter E. (beruflich), Bovet Je. (beruflich), Hischier (beruflich), Imboden (Ferien), Meichtry C. (beruflich), Michlig (beruflich), Schmid (Ferien), Wichmann (rekonvaleszent) – Inderkummen (Green Vipers) und Millius (Naters-Brig) als beste Spielerinnen ausgezeichnet.

 

 

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